Das künstliche Altern mint immer das "Altern" neu gebauter Möbel oder neu angepasster Teile antiker Stücke.Weniger fein kann man es auch fälsche oder "auf alt trimmen" nennen.Um diese Zeichen des natürlichen Alterns nachzuahmen,schlagen Sie mit harten Gegenständen Dellen und Kratzer ins Holz und füllen sie fleckig wieder aus oder reiben sie willkürlich etwas Schmutz ins Holz,damit es so aussieht ,als sei das Möbelstück schon Jahrzehnte in Gebrauch.

 

MATERIAL:

.Beutel voller Schrauben

.Wasserbeize

.Flachpinsel

.Schutzhandschuhe

.Wachspolitur

.Feine Stahlwolle 

.Polierballen

.transparente Schellackpolitur

.weichen Pinsel

.Spiritusbeize

.Konservendose

.Schellackgrundierung

.Baumwolllappen

 

Bei der künstlichen Alterung müssen Sie zwar die ganze Oberfläche bearbeiten,sollten sich aber auf die Stelle konzentrieren,die im Laufe der Zeit normalerweise am meisten in Mitleidenschaft gezogen werden.Beine werden regelmäßig angestoßen,ebenfals Kanten,Ecken und Tischplatten.Schauen Sie sich vorher Möbel der entsprechenden Stilperiode an und versuchen Sie die Abnutzungserscheinungen nachzuahmen.Stilmöbel aus industrieller Fertigung weisen oft zu gleichmäßig verteilte Fehler auf,da diese maschinell ausgeführt werden.Üben Sie vorher an einem Reststück oder an einem nicht mehr gebrauchten Möbel.

 

ALTERUNG DES HOLZES

Zum Erzeugen von Alterungsspuren verwendet man am besten harte Gegenstände,wie etwa Beutel voller Schrauben,Fahrradketten oder Hämmer,die mit einem weichen Tuch umwickelt werden.Wasserränder lassen sich mit einer Tasse oder Dose mit heißem Wasser herstellen.Benetzen Sie den Boden ebenfals mit heißem Wasser.Schlagspuren müssen so kräftig sein das die Holzfasern dabei durchtrennt werden,damit sie später die Wasserbeize besser aufsaugen.Dadurch werden die Druckstellen dunkler,so,als habe sich mit der Zeit Staub darin angesammelt.

1)Nehmen Sie einen Beutel mit alten Schrauben,um damit Druckstellen zu schlagen.Der Beutelinhalt muss so schwer sein, dass er auch wirklich das Holz beschädigt.Schlagen Sie mit dem Beutel wahllos auf die Fläche.Möbel aus der Massenproduktion erkennt man an der gleichmäßigen Bearbeitung.Konzentrieren Sie sich auf Beine,Ecken und Kanten.

2)Nach dieser Bearbeitung der Oberfläche folgt der Auftrag der dunklen Wasserbeize.Tragen Sie die Beize sehr satt auf und wischen Sie sie auf der Fläche umher.Reiben Sie sie kräftig in die beschädigte Holzfaser der Dellen und Risse,damit diese Stellen dunkler werden.Zufällige Spritzer lassen Sie,wie sie sind,aber an den Eken und Rundungen wischen sie die Beize wieder ab,damit es dort abgegriffen aussieht.

3)Nach dem trocknen der Obefläche tragen Sie die Schellackgrundierung mit einem weichen Tuch in Längsrichtung aauf.Es geht darum,die Beize zu versiegeln und nicht darum die Schellackoberfläche aufzubauen.Trotzdem sollte der Auftrag gleichmäßig sein.

4)Auf vielen alten Möbeln findet man Flecken,die von Weingläsern oder Kaffeetassen herrühren.Um Sie nachzuahmen,füllen Sie eine Konservendose mit heißem Wasser und benetzen Sie auch den Boden.Lassen Sie die Dose 5-10 min. stehen,dabei entsteht ein dunkler Ring.

5)Meist reicht die Wasserbeize allein nicht aus,um das Holz die altersgerechte Farbe zu verleihen.Mischen Sie eine Spiritusbeize mit Pigmenten und farbloser Schellackpolitur und tragen Sie diese Mixtur mit einem dicken Rundpinsel auf.Streichen Sie großzügig über die ganze Fläche ,um alles dunkler zu tönen.Die Farbmischung sollte leicht decken.

6)Ist die Farbe trocken,tragen Sie mit dem Polierballen eine transparente Politurschicht auf.Polieren Sie so lange weiter,bis die Poren noch gerade offen sind.Gehen Sie zuerst in kreisenden und zum Schluß mit geraden Zügen in Maserrichtung über die Fläche.

7)Eine alte Politurschicht jat meistens ihren Glanz verloren.Reiben Sie also die frisch polierte Fläche mit feiner Stahlwolle in Faserrichtung matt,sobald sie trocken ist.Zum Abschluss tragen Sie noch etwas dunkel eingefärbte Wachspolitur auf ,um den antiken Eindruck zu verstärken.

 

WAS SIE WISSEN SOLLTEN

Jedem Möbelstück kann ein altes Aussehen verliehen werden.Zu modernen Möbeln passt diese Oberflächenbehandlung jedoch nicht.

.Die Oberfläche muss sauber und eben sein.Beim Vorbereiten können Sie Druck - und Stoßstellen belassen,die Spuren maschineller Bearbeitung dürfen aber später auf keinen Fall zu sehen sein.

.Lassen sie die Wasserbeize 24 Stunden lang durchtrocknen,bevor sie weitere Schichten oder Politur auftragen.

.Spiritusbeize braucht nur 5 Minuten zum Trocknen.

.Transparente Politur trocknet in einer Stunde,lassen Sie sie aber über Nacht ruhen,bevor sie weiterarbeiten.

.Ölbeizen sollten 30-40 Minuten trocknen,bevor sie abgewischt werden.

 

TIPPS UND TRICKS

.Die Fehler und Beschädigungen sehen nur natürlich aus,wenn sie unregelmäßig sind.

.Eine schon vorhandene Oberfläche muss vor dem "Alterungsprozeß" abgebeizt werden

.Tragen Sie die Beize sehr satt auf und reiben Sie sie tief in das Holz.

.Schauen Sie sich alte Möbel genau an.

 

PATINIEREN

 

MATERIAL:

.Schutzhandschuhe

.Baumwolltuch

.Wasserbeize

.Siliziumkarbid-Schleifpapier

.Lösungsmittelbeize

.feine Stahlwolle

.Polierballen

.weiße(transparente) Schellackpolitur

.Wachspolitur

 

Auch das Patinieren dient dazu,Möbel oder Wandvertäfelungen ein neues Aussehen zu verleihen.Dazu behandelt man bestimmte Partien mit Beize,um abgegriffene ,helle Glanzflächen und dunkle Schmutzflecke zu imitieren.Die Stellen des Möbels müssen aufgehellt werden,die im Laufe der Zeit ganz natürlich abgenutzt und abgegriffen werden.Das sind beispielsweise die erhabenen Stellen von Perlstäben an Profilen oder Die Kanten und Ecken von Tische und Stühlen.In der Mitte von Zargen und Füllungen,auf Sitzflächen und Rückenlehnen zeigen sich ebenfals abgewetzte Stellen

1)Schleifen Sie die rohe Holzoberfläche glatt und tragen Sie dann Farbe auf.Hier wurde eine dunkle Nussbaumkörnerbeize verwendet.Sie dringt gut in das Holz ein und kann in Ecken und Winkeln stärker aufgetragen werden,damit diese dunkler wirken.

2)Wischen Sie nach demBeizen die überschüssige Lösung ab und lassen Sie sie trocknen.Danach schleifen Sie leicht darüber und beizen mit einer dunklen Lösungsmittelbeize nach.Geben Sie mehr Beize an Stellen,die weniger beansprucht werden.30 bis 40 Minuten trocknen lassen.

3)Ist das Stück trocken,reiben Sie die Beize mit feiner Stahlwoche oder einem feinen Schleifvlies ab.Beginnen Sie in der Mitte einer Fläche oder Zarge und arbeiten Sie zu den Ecken hin.In der Mitte muss mehr Beize abgerieben werden als in den Ecken.Der Übergang soll aber fließend sein.

4)Zum Schluss tragen Sie mit einem Polierballen weiße Politur auf.Lassen Sie die Politur trocknen und polieren Sie dann weiter.Bauen Sie aber keine hochglänzende Oberfläche auf,sie passt nicht zu einem alten Möbelstück.Wenn die Politur trocken ist,mattieren Sie sie mit feiner Stahlwolle immer in Maserrichtung,bis Sie einen seidenmatten Glanz erziehlen.Dann wird das Stück gewachst und blank gerieben,um die Farbe zu verstärken und der Oberfläche mehr tiefe zu geben.

 

WAS SIE WISSEN SOLLTEN

.Patiniert werden meist Eichen- und Stilmöbel,aber auch andere Holzarten sind möglich.

.Die Lösungsmittelbeize sollte über Nacht trocknen können,bevor Sie poliert wird

 

TIPPS UND TRICKS

.Es ist schwierig ,aber sehr wichtig,die weichen Übergänge des Antieffektes richtig zu imitieren.Entfernen Sie die Beize nach und nach in vorsichtigen Schritten.

.Vermeiden Sie scharfe Ränder,die Übergänge müssen unmerklich sein.

.Achten Sie darauf das die Oberfläche bei allen Arbeitsgängen glatt bleibt